„Mainz war ein geistiges Zentrum des jüdischen Glaubens“ 

Die Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums besucht die Synagoge und Gedenkorte in der Neustadt 

10.Dezember 2025. Als Journalist und als Experte hat Andreas Berg die Bauplanungen zur Neuen Synagoge Mainz begleitet. Inzwischen erläutert er Besuchsgruppen die Bedeutung von Mainz als „geistiges Zentrum des jüdischen Glaubens“. Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der Jahrgangstufe 12 der BBS III besuchten die Neue Synagoge Mainz und Gedenkorte in der Mainzer Neustadt mit ihren Lehrkräften Anke Fischer, Karin Kunert und Stephan Göbel. 

„In Mainz wurden bereits im Mittelalter für die ganze Welt bis heute geltende, jüdische Glaubensregeln formuliert“, berichtete der ehemalige SWF-Filmemacher und Mitverfasser der Grundlegungsurkunde Andreas Berg. Er beantwortete außerdem zahlreiche Rückfragen zum geschichtlichen Hintergrund, zu seinem ganz persönlichen Zugang sowie zur heutigen Ausrichtung der Kultusgemeinde in Mainz. 

„Das war wirklich ein erkenntnisreicher Blick in die Stadtgeschichte“, hielt die neue reformierte Schulpfarrerin Anke Fischer fest. Anschließend besuchten die Ethik- und Religionskurse noch Gedenkorte jüdischen Lebens in der Mainzer Neustadt. Am ehemaligen Wohnhaus der Familie von Eugen Salomon, dem Vorsitzenden des Mainzer Fußballvereins seit dem Gründungsjahr 1905, schilderte Ethiklehrer Stephan Göbel das fast lautlose, vorläufige Verschwinden von jüdischem Leben aus Mainz während der nationalsozialistischen Diktatur und die heimtückische Todesfabrik des SS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Auch Eugen Salomon wurde dort 1942 ermordet.

Die Fachkonferenz Ethik und die Schulseelsorge an der BBS III Mainz entwickeln derzeit auch Formate, um unterschiedliche Glaubensrichtungen in ihren Gotteshäusern oder Versammlungsorten zu besuchen.

Die geistesgeschichtliche Rolle, die nachbarschaftliche Shoa und der späte Neuanfang des Mainzer Judentums: Die Jahrgangsstufe 12 des beruflichen Gymnasiums vor der Neuen Synagoge Mainz (Photo: S.Göbel).