2004 trat für die Lagerberufe Fachkraft für Lagerlogistik und Fachlagerist ein neuer Lehrplan in Kraft, welcher den Begriff Handlungskompetenz als Ziel schulischer Ausbildung nennt (vgl. Lehrplan Fachkraft für Lagerlogistik S. 4 und Lehrplan Fachlagerist -in S. 4).
Mit dem Wechsel zur Kompetenzorientierung und der Verpflichtung, den Unterricht handlungsorientiert zu gestalten („Lernen für Handeln“ und „Lernen durch Handeln“ Lehrplan Fachkraft für Lagerlogistik S. 4 und Lehrplan Fachlagerist -in S. 4), entstand bei den für diesen Fachbereich zuständigen Lehrern das Bedürfnis, sich mit den Betrieben über die neue Zielvereinbarungen auszutauschen.
Zuvor beschränkte sich der Kontakt zu den Betrieben lediglich auf das Melden von Fehlzeiten sowie das Anmahnen bei schlechten schulischen Leistungen. Dem wollte das neu gebildete „Team Lager“ entgegen treten.
Ziele der LOK Lager
Bessere Verzahnung von Theorie und Praxis
- bspw. durch Gestaltung gemeinsamer Lernaufgaben
- bspw. durch Gestalten gemeinsamer Prüfungsaufgaben (praktische Zwischenprüfung Fachlageristen)
- engere Kooperation durch Betriebsbesichtigungen und Betriebserkundungen
- Vorträge von betrieblichen Experten in der Schule
Gezielteres Fördern und Fordern der Auszubildenden
- bspw. durch die Berufsvorbereitungswoche
- bspw. durch das Portfoliokonzept, welches sowohl in Schule und Betrieb kontrolliert wird
- bspw. durch den Schüleraustausch
- Abbau von Lernbarrieren
- Steigerung der Motivation durch Sichtbarwerden der Zusammenarbeit in Lernsituationen, Betriebsbesichtigungen, etc.
Begriff LOK
Der Begriff Lernortkooperation (LOK) bezieht sich auf die Zusammenarbeit zwischen Lernort Schule und Betrieb. Dies geschieht einerseits durch Koordination, d.h. durch Informationsaustausch und Erhöhung der Praxisrelevanz der schulischen Lerninhalte. Andererseits kann durch Kooperation, d.h. durch Gestaltung von handlungs- und transferorientierten Lehr- Lernprozessen, Theorie und Praxis verzahnt werden.
LOK ist ebenfalls im Schulgesetz sowie in der Schulordnung für die öffentlichen Berufsbildenden Schulen verankert.
Generell soll die LOK sicherstellen, dass die knappe Ressource „Lernort Betrieb“ optimal genutzt wird. Dazu gehört die Förderung von Verbundlösungen unter Nutzung weiterer Lernorte – wie z. B. andere Betriebe, überbetriebliche und außerbetriebliche Ausbildungsstätten sowie berufliche Schulen.
Im Verbund mit anderen leistet jeder Betrieb seinen Beitrag zur Berufsausbildung und gewährleistet dadurch eine ganzheitlich handlungsorientierte Berufsausbildung, auch wenn aufgrund der Spezialisierung eines Betriebes eine vollständige Berufsausbildung nicht zugelassen würde. Durch die Zusammenarbeit möglichst vieler Betriebe werden somit die Vorzüge der dualen Berufsausbildung ausgeschöpft.
Kennzeichen der LOK
Lernortkooperation soll den Bezug zur Arbeitswelt (berufs- und arbeitsbezogene Bildung) ermöglichen, Lehren und Lernen in sinnstiftende Zusammenhänge (fächer- und berufsfeldübergreifend) ermöglichen, die Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz fördern, den Zusammenhang von Theorie und Praxis an allen Lernorten erkennbar machen, die regionalen und betrieblichen Bedürfnisse der standortnahen Industrie (Kooperationspartner) berücksichtigen, an das Vorwissen und die Alltagserfahrung von Auszubildenden anknüpfen, den gleichberechtigten Partnern durch Kenntnis des jeweiligen Umfelds beim Abbau von Vorurteilen helfen
Ziele der LOK
bessere Ausbildungsergebnisse, Abbau von Lernbarrieren, verbesserte Motivation der Auszubildenden, bessere Förderung lebenslanger Lernfähigkeit, Steigerung der Ausbildungsqualität, verbesserter Transparenz zwischen Schule und Betrieb, gesteigerte Flexibilität z.B. bei der Integration aktueller Entwicklungen in allen Bereichen der Berufsausbildung, Vermeidung von Doppelungen und verbesserte Nutzung von Synergien, neue Qualität des Unterrichts und Ausbildens
Formen der LOK
Einsatz von lernortintegrierenden Lern- und Arbeitsaufgaben, gemeinsame Weiterbildungsmöglichkeiten, Betriebspraktika für Lehrer und Referendare, Entwicklung didaktischer Materialien und Prüfungsformen, kooperative Durchführung von lernortübergreifenden Ausbildungsmaßnahmen (z.B. Projekte, gemeinsame Veranstaltungen etc.), Bildung von Betreuerteams aus Ausbildern und Lehrkräften
Austausch mit der Berufsbildenden Schule in Chalon-sur-Saône (Burgund) im Schuljahr 2008/09
Gemeinsam mit der Berufsbildenden Schule in Chalon-sur-Saône (in der Nähe von Dijon) wurde im Schuljahr 2008/09 ein Austausch mit Schülern v. a. aus den Logistikbereichen durchgeführt.
Die Idee des Austauschs wurde von Mme Perraud (Deutschlehrerin an der Schule von Chalon) an uns herangetragen, die bereits zahlreiche Austausche von französischen und deutschen Schülern der Berufsgruppen im Logistikbereich durchgeführt hat und viele positive Erfahrungen sammeln konnte. Dabei ging es darum, dass es Schülern aus Frankreich und Deutschland ermöglicht wurde, im Rahmen eines drei-wöchigen Austauschs erste Eindrücke des Partnerlandes, der Partnerschule und deutscher bzw. französischer Unternehmen zu bekommen.
Während der ersten Woche des Austauschs nahmen die Schüler beider Seiten am Schulleben des Partnerlandes teil. Nachmittags fanden kulturelle Ausflüge und Betriebsbesichtigungen statt. Während der Wochen in den Unternehmen wurden die Schüler von den Lehrkräften ihres Heimatlandes und einem Übersetzer betreut.
Präsentation des Ausbildungsbetriebes
Liebe Auszubildenden,
zu Beginn der Ausbildung wird vieles neu und fremd für Sie sein. Viele Eindrücke prasseln auf Sie ein und Sie werden versuchen sich in diesem Geflecht einen Platz zu suchen.
An den ersten Schultagen haben wir versucht Sie über die schulische Ausbildung zu informieren.
In einem nächsten Schritt möchten wir, dass Sie sich bewusst mit Ihrer betrieblichen Ausbildung auseinandersetzen und uns Ihren Ausbildungsbetrieb näher vorstellen.
Diese Präsentation soll mehrere Aufgaben erfüllen
- zum einen soll sie die Lehrkräfte über Ihre Aufgaben in den Betrieben näher informieren, um so näher auf betriebliche Besonderheiten eingehen zu können,
- zum anderen soll sie natürlich auch helfen Ihre Mitschüler über andere Betriebe, andere Zielsetzungen, andere Arbeitsabläufe, etc. zu informieren – eine Aufgabe, die wir bei den später folgenden Betriebsbesichtigungen weiter vertiefen werden,
- aber vor allem soll sie Ihnen selber helfen sich in Ihrem Ausbildungsunternehmen zu orientieren.
Dabei können Sie sich von folgenden Fragen leiten lassen:
- Wie ist der Betrieb entstanden? Welche Geschichte hat der Betrieb?
- Was wird hergestellt? Welche Dienstleistungen werden angeboten?
- Wer leitet das Unternehmen? Wer hat welche Funktion (evt. Organigramm)?
- Welche Rechtsform hat das Unternehmen? Wurde diese Rechtsform einmal geändert?
- Welche Abteilungen/Funktionsstellen gibt es in dem Betrieb?
- Welche Rolle nehmen Sie zurzeit ein? Welche Stationen werden Sie während Ihrer Ausbildung noch durchlaufen? Wie ist die Ausbildung organisiert?
- Welche Chancen bestehen nach Ablauf der Ausbildung für eine Übernahme?
- Welche Möglichkeiten der Weiterbildung existieren?
Natürlich sollen Sie bei dieser Präsentation keine Betriebsgeheimnisse verraten. Klären Sie unbedingt vor der Präsentation, was öffentlich besprochen werden darf und welche Informationen nur betriebsintern zur Verfügung stehen. Dies gilt selbstverständlich auch für etwaige Fotos, Filme, etc.
Die Dauer der Präsentation sollte zirka 15 Minuten umfassen.
Wenn Sie mit mehreren Auszubildenden in einem Betrieb arbeiten, können Sie die Präsentation auch gemeinsam gestalten. Allerdings sollten alle Auszubildenden in die Präsentation eingebunden sein.
Die Art der Präsentation ist Ihnen freigestellt. Sie können bspw. ein Plakat erstellen, einen Film zeigen, eine PowerPoint-Präsentation abhalten, ein Rollenspiel kreieren und vieles mehr. Bitte halten Sie sich aber an den Grundsatz aller Präsentation während Ihrer schulischen Ausbildung: Inhalt geht vor Form.
Verpflichtend für jede Präsentation ist ein Handout mit den wichtigsten Informationen und Daten Ihrer Darstellung. Die Handouts bringen Sie für alle Mitschüler kopiert mit.
Viel Spaß bei der Arbeit und gutes Gelingen
wünscht
Christian Smidt