AKTUELLE HINWEISE

Berufsbildende Schule III
Am Judensand 8
55122 Mainz
Tel: (0 61 31) 90 60 70
Fax: (0 61 31) 90 60 749
E-Mail: bbs3(at)bbs3-mz.de

 

13.11.12

Ein Planspiel zum EU-Gesetzgebungs- verfahren

ein Tag als EU-Entscheidungsträger


Rechtsanwalts-/Notarfachangestellte im dritten Ausbildungsjahr und die BOS II machen Gesetze

Ganz schön spannend – diese Gesetzgebung! Zu dieser Erkenntnis kamen 38 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule Mainz. Sie nahmen am 6. November 2012 an einem Planspiel zum Gesetzgebungsverfahren der EU teil und schlüpften dabei für einen Tag in die Rolle eines EU-Entscheidungsträgers.

Mainz: Möglich gemacht wurde das Planspiel durch die regionale Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn, die derzeit die Planspielreihe „Welches Europa wollen wir?“ in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland durchführt.

An diesem Tag konnten die Schülerinnen und Schüler in ganz verschiedene Rollen schlüpfen. Als Mitglied der Europäischen Kommission, Abgeordneter des Europäischen Parlaments, Regierungsmitglied eines Mitgliedslandes im Ministerrat oder auch in der Rolle der Lobbyisten diskutierten sie verschiedene Standpunkte zum Thema Europäische Ausbildungspolitik. Am Ende des Tages sollte dabei eine gemeinsame Position zu einer Gesetzesvorlage entstehen. Leichter gesagt, als getan. Getreu dem Spruch: „Nur wer selbst für etwas brennt, kann in anderen ein Feuer entfachen“, versuchte man sich gegenseitig von seinem eigenen Standpunkt zu überzeugen. „Wir mussten heute in den Debatten stark für unsere jeweiligen Interessen einsetzen. Als Parlamentspräsident hatte ich es besonders schwer, zum einen die Diskussion zu leiten und zum anderen meine eigene Meinung zu vertreten“, resümiert der Schüler Franz Gutjahr.

Der Tag war gefüllt mit hitzigen Diskussionen und Debatten. Die verschiedenen Argumente wurden – wie auch im echten Leben – im Plenum ausgetauscht und abgewogen. Neben der Ausarbeitung der gemeinsamen Position waren die intensive Debatte über den Vorschlag und das Erstellen von Änderungsanträgen die zentralen Lernfelder des Tages. Als Highlight stand am Ende eine finale Abstimmung getreu nach den Verfahren der EU.

Besonderes Lob gebührte an diesem Tag den Vorsitzenden und Vizevorsitzenden der Europäischen Institutionen. Sie hatten die Aufgabe, die Reden im Plenum sowie die Pressekonferenz zu leiten und die verschiedenen Interessen in Einklang zu bringen. Janine Kroll, Mitglied der Europäischen Kommission berichtet dazu von ihrer Aufgabe der Leitung des Vermittlungsausschusses: „Es war nicht leicht, in der Diskussion die Interessen der verschiedenen Akteure unter einen Hut zu kriegen und einen Kompromiss zu finden.“

Und wie ging’s aus? Am Ende des Tages sahen die Schülerinnen und Schüler in einigen Punkten der gemeinsame Richtlinie Nachverhandlungsbedarf, somit scheiterte die Richtlinie in der finalen Abstimmung. Über den Leitartikel war man sich jedoch einig: Wir brauchen eine europaweite Vergleichbarkeit der Bildungsabschlüsse, eine Senkung der Jugendarbeitslosigkeit und die Verbesserung der Ausbildung im Allgemeinen.

Daneben half dieses Planspiel den Schülerinnen und Schülern beim Verständnis des europäischen Gesetzgebungsprozesses. So betonte der Vorsitzende des Ministerrates, Peter Ross: „Vor dem Planspiel kannte ich zwar die Europäischen Institutionen und deren Funktion, aber ich hatte keine wirkliche Vorstellung, wie das Verfahren funktioniert. Nach dem Tag weiß ich jetzt, wie Gesetze in der EU entstehen.“